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| Schatz, ich bin mal eben weg…. |
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Der größte Fluch für einen Sammler ist das Internet, nicht das ich dem nicht auch was positives abgewinnen könnte, aber dieser Dealer hält einen mit wohl dosierten kleinen Injektionen bei der Stange, man kommt nicht davon los, ein zwei Mausklick weiter und schon brennt die Lunte. Ach war das früher entspannend, als man nicht wusste, dass ein Teil möglicher Begierde denn wohl bald weggeschmissen oder verschrottet werden würde. Was man nicht weiß, macht einen nicht heiß! So surfe ich nun durch Italien, mit der Hintergrundinformation, dass die letzten gebauten Modelle Porsche 931, oder 924 Turbo, wie man diese auch bezeichnet, ausschließlich für den italienischen Markt waren, eine Hiobsbotschaft für einen Sammler. Da wachsen Sensoren wo vorher keine waren, unbestimmte Ahnungen eröffnen Wege, die ernüchtert und mit Abstand betrachtet, schon irre Züge vermuten lassen können.
Gelernt habe ich inzwischen, warum der Verkäufer auf keinen Fall einen Kaufvertrag machen wollte, unbeirrt auf den sehr kostspieligen Vertrag vor einem italienischen Notar bestand. Der letzte amtliche Halter haftet für alles, auch für eine Bergung mit Taucher und großem Gerät aus dem See, oder andere unangenehme Ereignisse, welche alle sicher mehr als ein Urlaubsbudget verschlingen.
Heute musste ich früh aufstehen, schon um vier ins Bad, dann losfahren, denn der Flughafen des Billigflieger lag abgelegen und doppelt so weit weg, wie die drei benachbarten Flughäfen der Linienmaschinen. Dafür gab es Parkplätze in Hülle und Fülle, fußläufig von der Abfertigungshalle entfernt, es erschien mir alles sehr unwirklich, aber dort prange das Logo der Gesellschaft und der Tresen darunter musste der Anmelde- und Gepäckaufgabeschalter sein. Ich drehte mich um, konnte durch die Fensteranlage in der Ferne mein Auto parken sehen, sehr ungewöhnlich. Wenig später stieg ich in Italien wieder aus. Details, das ein Flugzeug startet, fliegt und landet halten sie hoffentlich auch für verzichtbar und das Wetter war das gleiche, genau so schön wie Zuhause.
Ernüchtert vom ersten Date, Sonne, italienische Leichtigkeit und diese wirklich hübschen Italienerinnen, ach das hat schon was. Glücklicherweise ist Zugfahren in Italien preiswert, das nächste Ziel angesteuert, wurde die Reise etwas länger als geplant, die Lock wurde unterwegs ausgetauscht. In Bergamo holte mich erneut ein freundlicher Autohändler ab, diesmal nicht in Nadelstreifen, dafür mit einem Hof voller „bella macchina“ Flitzer und hinten im Eck ein teutonisches Auto in grün.
Wie jetzt, der kann nicht fahren, so stand das aber nicht in der Offerte. Dann mache ich hier ein paar Tage frei, bis sie den fahrfertig haben, wie in ihrer Anzeige. Wie kriege ich das nun hin? Klar war, das ist eines der Autos von den 250 Stück, die in 1983 Porsche ausschließlich für den italienischen Markt baute, für den Rest der Welt war die Fertigung in 82 geendet. Der Zustand schön, gebraucht aber unverfälscht und gut, fahren würde nicht gehen, wegen der Standschäden. Ein verstohlener Blick auf meine Armbanduhr, ich sollte nun den wirklich guten Kaffee austrinken, den letzten Zug quer durch Norditalien zum Flughafen nehmen, denn der Flieger würde morgen früh auch ohne mich starten, ich blieb sitzen. Es hat noch mehr als drei Stunden gedauert, bis zum Handschlag, am Ende war gar auch mein italienischer Händler erleichtert, über den gefundenen Kompromiss. Die Details würden mehrere Seiten füllen, es gab nicht wenige Momente, wo nichts mehr ging, ich um meine nun versiebte Heimreise trauerte, so muss ich entgegen der morgendlichen Erfahrungen hier die italienische Fährnis loben. Der Wagen wurde verladen, in aller Herrgottsfrühe sind wir aufgebrochen, ach ja, das einzige Hotel im Ort war wegen einer Feier ausgebucht, ich hatte im Auto übernachtet, durch die Schweiz, was für Berge, waren wir am frühen Abend vor der heimischen Türe. Andrea, nochmals herzlichen Dank, meine Frau wie auch ich sichtlich erleichtert, vom glücklichen Ausgang eines wirren Gedanke, subito basta.
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