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| Oldtimersammler |
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Während sie Bahnen schwimmen, joggen oder sonst ihren Körper stählen, tobt sich der vermehrte Sauerstoff im Gehirn mit dem Gedanken aus, was würde mir Spaß machen, die schönen Dinge aus den letzten Zeitschriften zu begehren und sich etwas neues zu erschließen. Ach was gibt es da für schicke Verführungen, nun geht ihnen der Satz von der letzten Gartenparty durch den Kopf, drei Dinge sollte der Mann getan haben, eine Finca gebaut, eine Zweimastbark besessen und einen Zwölfzylinder gefahren haben. Wenn Sie jetzt schon zwei Dinge erledigt haben, wird es einfach langsam Zeit für einen Oldtimer, sie stürmen in den Zeitschriftenladen, die Auswahl ist groß, sehr groß, allgemeine Oldtimerzeitung, sachbezogene für Reparatur und Restauration, typenbezogene nach Marken und Zielsetzung, Chrom und Veredler, dazu die Vielzahl der internationalen Publikationen. Die anfängliche Verwirrung kann groß sein, ist man nicht direkt gebunden, an das erste Auto von damals, das Auto des Vater, an dem nur beste Erinnerungen haften, oder der Traum, der als Student oder junger Familienvater unerreichbar blieb. Mit der Grundlage der ersten Lektüre geht es zu den Tempeln der Verführung, sie besuchen die Messen und Oldtimermärkte, nehmen die Frau in den Arm um zu einem der Huldigungsorte wie Werksmuseum oder Profischauraum, welche heute auch schon mal ausländisch Meilenwerk heißen, zu streben.
Alle sind um sie bemüht, die Werkstätten, die Händler, die Veranstalter, der Kunde, die Mitmacher, deshalb boomt es, dies ist der Markt mit den größten Zuwachsraten, auch in den Krisen und über alle Ereignisse hinweg. Die Gazetten zählen die Interessenten, noch immer steht der Oldtimer hoch im Kurs, findet Berücksichtigung in der Politik, die Regierung macht Oldtimer freundliche Gesetze, was für ein Hobby, schöne Zeiten und klasse Aussichten. Es war mal anders! Sie können das gar nicht glauben? Doch ich erinnre mich daran, wenn ich in alte Fotoalben blicke, die alten Zeitschriften wieder mal umgekippt sind, ja dann bin ich ein anderer, kein Oldtimersammler, ein Altautofahrer.
Der erste Oldtimer-Grandprix auf dem Nürburgring ließ die aktuelle Formel 1 als Rasenmäher erklingen. Ja, die waren fein raus, die Oldtimerfahrer. Das Volk sehnte sich nach Neuem, auf der IAA, der internationalen Automobil-Ausstellung in Frankfurt, am Main musste man nicht schreiben, weil Frankfurt Oder war noch nicht im Thema, da sah man was es zu erstreben gab, der Rest sparte für was gebrauchtes.
Einige wenige, Konsumverweigerer, Zeitgenossen, die nicht in der Zeit lebten, durchstreiften einen Markt, der noch keiner war. Auf Schrottplätzen gab es sie reichlich, in allen Farben und Varianten, jedes mit den gleichen Defekten und Mängeln. Die rote Pest ein gefürchteter Gegner, der bei manchen schon im Prospekt begann, ganze Serien von der Straßen fegte. Für Ersatzteile tingelte man von Händler zu Händler, nicht selten wurde der ganze Teilebestand zu dem Auslaufmodell offeriert, was dann an Platz- und Geldmangel scheiterte. Die Werkstätten verschenkten nach einem netten Gespräch das Werkstattreparaturhandbuch, in der Gewissheit es nicht mehr zu brauchen, dem seltsamen Vogel noch was gutes getan zu haben. Acht Jahre nach Serienende verschwanden die Modelle mit rasender zunehmender Geschwindigkeit von der Bildfläche. Der Lackiererkollege mit seinem neuen Capri 2,3 L sicher schon oben angekommen, was hast du für ein Auto, ein Goggomobil, Gelächter, nee mal im Ernst, ja, ein Goggomobil, Schweigen, Unverständnis, pump doch mal deinen alten Herrn an. Auch mit einer Ford Badewanne war die Chance eine Tanzpartnerin auszuführen, gegen einen Ford Hundknochen eher schlecht. Altautofahrer waren Student oder arme Hunde, der Aufgebrauch von Produkte musste noch durch die Umweltgedanken in den rechten Blickwinkel gerückt werden. In einem Jahr zerbrach mein Schrott etwas schneller, als ich zum dritten Mal ins Versicherungsbüro kam für eine Doppelkarte zur Zulassung eines anderen auf die gleiche Versicherungsnummer fragte er mich, ob ich ihn ärgern wolle, oder was das denn soll?
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